Vortrag 1:

Frohe Botschaften – Ermutigung und Motivation für die Arbeit in der Selbsthilfe

Wolfgang Bensel

Die Suchtselbsthilfe kann auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurückblicken, die seit ihren Anfängen durch die Gemeinschaft der Guttempler mitgeprägt wurde. In Deutschland hatte die Selbsthilfebewegung in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts ihre Blütezeit. In dieser Phase kam es zur Ausweitung und Ausdifferenzierung der verschiedensten Angebote.

Das damals angelegte Sozialkapital wirft noch immer reiche Zinsen ab. Und dennoch ist die Selbsthilfe in den letzten Jahren zunehmend auch von Sorgen geprägt. Beklagt werden unter anderem die zunehmende Überalterung und die fehlende Bereitschaft sich in sozialen Gemeinschaften überhaupt noch verbindlich einzubringen. Nicht selten führen diese Betrachtungen bei den Engagierten in den Gruppen zu Mutlosigkeit und Resignation.

Der Vortrag greift diese Entwicklungen auf und lenkt gleichzeitig den Blick auf die weiterhin bestehenden Ressourcen und beachtlichen Fähigkeiten der Selbsthilfe.

Darüber hinaus wird jedoch auch nach den notwendigen Veränderungen und Anpassungen an die Zeit Ausschau gehalten, mit dem Ziel eine lange Erfolgsgeschichte in die Zukunft fortzuschreiben.

Vortrag 2:

Behandlung bei »Mediensucht«
(Pathologischer PC-/Internet-Gebrauch)

Holger Feindel

Die Zahl der Patienten, bei denen die Notwendigkeit einer Behandlung eines pathologischen PC-/Internet-Gebrauchs (»Mediensucht«) besteht, steigt in den letzten Jahren kontinuierlich an. Nachdem eine sozialrechtliche Anerkennung der Erkrankung auf Ebene der Rentenversicherer bereits weitgehend erfolgt ist, wird sich die Diagnose »Gaming Disorder« nun auch im ICD-11 wiederfinden.

Um diesem noch immer relativ jungen Krankheitsbild zu begegnen, bedarf es geeigneter Ansätze auf verschiedenen Ebenen. Ergänzend zu der psychotherapeutischen Behandlung im ambulanten Bereich sowie in Kliniken, die sich auf das Krankheitsbild spezialisiert haben, ist auch hier die Selbsthilfe gefragt.

Entsprechende Angebote sind bisher noch relativ selten. Vieles spricht jedoch dafür, dass Selbsthilfegruppen sich für diesen Personenkreis öffnen sollten.

Der Vortrag hat das Ziel, einen Überblick über Erscheinungsformen und Charakteristik des medialen Angebotes zu vermitteln, sowie einen Ansatz zur therapeutischen Herangehensweise vorzustellen.

Auf dem Boden einer langjährigen Erfahrung in der Behandlung Betroffener hat die Fachklinik Münchwies ein fundiertes Behandlungskonzept entwickelt, das ebenfalls kurz vorgestellt wird.

Podiumsgespräch

mit Vertreter*innen der Selbsthilfe sowie der ambulanten und stationären Suchtkrankenhilfe

Was braucht die Suchtselbsthilfe um unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen weiterhin Menschen zu erreichen? Welche Entwicklungslinien müssen beachtet werden und was ist erforderlich um den »Markenkern« der jeweiligen Gruppen zu erhalten? Neben einer Analyse der gegenwärtigen Situation, wird diskutiert, wie die Selbsthilfe zukunftsfähig bleiben kann. Bereits bestehende neue Projekte werden vorgestellt.

Moderation: Wolfgang Bensel